Rechtsanwalt Robin Schmid im Mandantengespräch

Spezialist für Ehescheidungen in Schwäbisch Gmünd und Bundesweit

Voraussetzungen und Ablauf der Ehescheidung

Erst wenn Sie ein Jahr lang getrennt von Ihrem Partner gelebt haben, dann können Sie kurz vor Ablauf des Trennungsjahres (ca. zwei bis drei Monate zuvor) den Antrag auf Ehescheidung bei dem zuständigen Amtsgericht über einen Anwalt einreichen.

Daher sollten Sie spätestens ca. zwei bis drei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres einen Termin mit meiner Kanzlei vereinbaren, damit die Scheidung ggf. rechtzeitig in die Wege geleitet werden kann.

Außer es handelt sich um eine Härtefallscheidung nach § 1565 II BGB, dann können Sie den Scheidungsantrag sofort einreichen.

Zur Vorbereitung der Scheidung und Besprechung können Sie mir Ihre Daten gerne vorab über ein sicheres Online-Formular zusenden, damit diese nicht zu Beginn der Besprechung erfasst werden müssen und wir uns von Anfang an voll Ihre Angelegenheit und Ihr Anliegen konzentrieren können. Selbstverständlich ist das Zusenden dieses Formulars ist für Sie unverbindlich und es fallen damit noch keine Kosten an. Es dient lediglich der Vorbereitung Ihres Mandats. Innerhalb von 24 Stunden nach Eingang Ihrer Daten erhalten Sie von meiner Kanzlei eine Antwort um einen Besprechungstermin zu vereinbaren.

Bitte bringen Sie zu diesem Gespräch gleich folgende Unterlagen mit:

  • Heiratsurkunde
  • Abstammungsurkunde (auch von den Kindern)
  • Ehevertrag (falls es einen gibt)
  • Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Monate (für die Unterhaltsberechnung) oder sonstiger Einkommensnachweis oder ALG I oder II Bescheid

Da sogenannter "Anwaltszwang" herrscht muss der Antrag auf Ehescheidung von einem Anwalt gestellt werden.

Dieser Antrag beinhaltet im Wesentlichen die Standestatsachen (Angaben zu den Parteien und der standesamtlichen Hochzeit), falls Kinder vorhanden sind die Angaben zu den aktuellen Regelungen (Sorgerecht, Unterhalt usw.), Verbleib des Hausrates und der Ehewohnung, Angaben zur Ehescheidung (kurze Begründung - ohne Schuldfrage, denn diese wurde abgeschafft) und Angaben darüber, ob der Zugewinnausgleich durchgeführt werden soll.

Welches Gericht zuständig ist, richtet sich nach § 122 FamFG. Demnach in erster Linie das Gericht, in dessen Bezirk ein Ehegatte mit den gem. minderj. Kindern seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Wenn keine Kinder vorhanden sind, dann ist da Gericht zuständig, in wessen Bezirk der Antragsgegner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Scheidungsantrag einreichen

Nach Überprüfung der Scheidungsvoraussetzungen und Aufklärung über die anfallenden Gebühren - oder ob Ihnen Verfahrenskostenhilfe zustehht - werden wir den Antrag auf Scheidung nach vorheriger Abstimmung mit Ihnen bei dem zuständigen Gericht einreichen.

Nach Antragseinreichung wird dieser dem anderen Ehegatten zur Stellungnahme übersersendet. Dieser kann dann entweder Einwendungen gegen den Scheidungsantrag vorbringen (möchte nicht geschieden werden, Trennungsjahr nicht abgelaufen usw.) oder diesem zustimmen. Im ersten Fall spricht man von einer streitigen Scheidung, im letzteren von einer einvernehmlichen Scheidung.

Die Zustellung des Scheidungsantrags bei dem anderen Ehegatten ist gleichzeitig der Stichtag für das Endvermögen für den Zugewinnausgleich.

Auch die Zeit für die Berechnung des Versorgungsausgleichs steht damit fest, denn nach § 3 Abs. 1 VersAusglG gilt als Ehezeit die Zeit vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlossen wurde, bis zum Ende des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrags.

Einholung der Auskünfte von den Rentenkassen

Der Versorgungsausgleich ist (außer bei kurze Ehedauer, s.u.) stets von Amtswegen durchzuführen. Dazu werden die Formulare zur Erfassung der sog. Rentenanwartschafen zugesandt und sodann die entsprechenden Auskünfte eingeholt. Sobald diese vorliegen, wir dann der Gerichtstermin zur Ehescheidung bestimmt werden. 

Es gibt jedoch Ausnahmen:

Die Duchführung des Versorgungsausgleichs kann notariell oder durch Anwaltsvergleich vor Gericht ausgeschlossen werden.

Bei kurzer Ehedauer (bis zu 3 Jahren) wird der Versorgungsausgleich nur dann durchgeführt, wenn dies einer der Ehegatten beantragt.

Der Scheidungstermin

Zu dem von dem von dem zuständigen Amtsgericht bestimmten Termin zur Ehescheidung (Gerichtstermin) müssen der Antragsteller und die Antragsgegnerin persönlich erscheinen. Sollte jedoch der Gerichtsort für einen der Parteien unverhältnismäßig weit entfernt sein, so besteht auch die Möglichkeit, dass diese vor dem bei seinem Wohnort gelegenen Amtsgericht angehört wird (und der andere Partner bei dem anderen Amtsgericht). Die Parteien müssen aber in jedem Fall von dem (einem) Gericht zur Ehescheidung angehört werden.

Der Gerichtstermin ist nicht öffentlich (§ 170 GVG i.V.m. § 111 FamFG); das bedeutet, dass Zuschauer nicht zugelassen sind.

Dies ist jedoch keine große Sache, da das Gericht Sie dazu fragt (fragen muss), wann Sie sich getrennt haben, ob Sie das Trennungsjahr eingehalten haben, ob Sie sich eine Fortsetzung der Ehe vorstellen können oder eben, wie beantragt, geschieden werden möchten.

Das Gericht wird dann im Normalfall das Scheitern der Ehe feststellen und die Scheidung aussprechen. Gleichzeitig wird noch der Versorgungsausgleich durchgeführt und im Scheidungsbeschluss festgehalten, welche Anwartschaften auszugleichen sind. Der Scheidungstermin dauert bei einer „einvernehmlichen Scheidung“ normalerweise 10 - 15 Minuten.

Kostenloses Merkblatt zum Ablauf der Ehescheidung:

Erfolgreich geschieden

Nach dem Ausspruch der Ehescheidung im Gerichtstermin sind Sie jedoch znächst einmal noch nicht rechtskräftig einander geschieden. Es muss zunächst die Rechtsmittelfrist (jeder hat die Möglichkeit gegen diesen Scheidungsbeschluss Rechtsmittel einzulegen) von einem Monat, beginnend ab Zustellung der schriftlichen Scheidungsbeschlusses, abgeartet werden. Sollte kein Rechtsmittel eingelegt werden, dann erhalten Sie den Scheidungsbeschluss mit Rechtskraftvermerk.

Falls einer der Partner bei dem anderen in der Krankenversicherung (Familienversicherung) mitversichert ist, so muss oft die Rechtsmittelfrist deswegen abgewartet werden, da der eine Partner sich selbst versichern muss und dies in diesem Zeitraum erledigt werden muss.

Es kann jedoch bei Gericht auch ein so genannter Rechtsmittelverzicht erklärt werden, dann sind Sie sofort in dem Gerichtstermin rechtskräftig und unwiderruflich voneinander geschieden. Hierzu ist es jedoch erforderlich, dass beide Parteien anwaltlich vertreten sind, denn nur ein Anwalt kann einen solchen Rechtsmittelverzicht für Sie erklären.

Nach Rechtskraft der Ehescheidung kann der Partner, welcher den Nachnamen des anderen angenommen hat, wieder seinen Geburtsnamen annehmen, oder den Namen, den er vor der Eheschließung hatte, oder auch einen Doppelnamen führen, vgl. § 1355 V BGB.